Bericht über das Praxissemester im Ausland
Bei der kanadischen Botschaft (www.dfait-maeci.gc.ca) habe ich erfahren, dass jeder, der in Kanada ein Praktikum absolviert, eine Arbeitserlaubnis braucht, auch wenn das Praktikum unbezahlt ist. Da die kanadische Regierung allerdings nur ein begrenztes Kontingent an Arbeitserlaubnissen vergibt, ist es unbedingt ratsam sich frühzeitig darum zu bemühen. Mein Visum habe ich über Council on International Educational Exchange e.V. (www.councilexchanges.de) erhalten. Council bietet ein Work&Travel Visum an, bei dem man eine Betreuungs- und Versicherungspauschale entrichten muss. Dies ist ein einfacher Weg sein Visum zu bekommen und man kann sicher sein, alle erforderlichen Papiere und ausreichenden Versicherungsschutz zu haben. Neben einem Infopaket werden ausserdem noch Orientierungsveranstaltungen in Deutschland sowie auch in Kanada (Vancouver, Toronto, Montreal) geboten. Diese Veranstaltungen sind sehr hilfreich in bezug auf Einreise und Reisevorkehrungen.
Ein Stipendium kann eine große Hilfe bei der finanziellen Situation sein. Ich habe dieses über InWEnt bekommen. InWEnt (www.inwent.org) bietet ein Teil- oder Reisekostenstipendium an, wofür eine sehr umfangreiche Bewerbung gefordert ist.
Eine Wohnung zu finden könnte sich etwas schwierig gestalten per Telefon, aber es ist zu empfehlen die UofC website zu durchstöbern, sich auf www.roommates.com umzuschauen, oder unter www.canoe.ca die Tageszeitungen herauszusuchen und nach Anzeigen zu durchforsten. Es empfiehlt sich sehr in eine WG zu ziehen, da dadurch der Kontakt zu den Einheimischen und die Sprachqualität sehr gefördert wird. Mieten werden in jedem Fall bar oder per Check am Monatsanfang gezahlt, wobei es in der Regel keine direkten Mietverträge gibt. Bei Einzug ist meistens eine Monatsmiete als Kaution zu entrichten.
Für Autovermietungen empfiehlt es sich einen Internationalen
Führerschein zu beantragen, da die Kanadier nicht mit unserem Zulassungssystem
vertraut sind. Man sollte aber auch bedenken, dass fast alle Autovermietungen
nur an über 25jährige vermieten, oder sonst einen Aufpreis verlangen.
Des weiteren sollte man unbedingt noch bei allen elektrischen Geräten, die man mitnimmt bedenken, dass das Stromnetz in Kanada auf 110/120V und 60Hz ausgerichtet ist.
Die
Kanadier an sich sind mir als sehr offenes, freundliches und hilfsbereites
Völkchen begegnet. Der Service wird in allen Bereichen groß geschrieben, wobei
Kellner immer ein Trinkgeld von 15% bekommen, da dies nicht in ihrem Lohn
enthalten ist. Vorsicht auch beim Einkaufen: auf den ausgezeichneten Preis
kommen an der Kasse noch einmal 7% GST (MWSt) und in manchen Provinzen noch
zusätzlich die PST (eine Provinzsteuer). Die Lebenshaltungskosten in Calgary
sind vergleichbar mit denen in Deutschland, liegen aber etwas darüber.
Ich kann nur sagen, mein Praxissemester war noch besser,
als ich erwartet hatte und ein voller Erfolg!! Man darf sich nur nicht von
Stolpersteinen bei der Vorbereitung und/oder Eingewöhnung entmutigen lassen.
Durchhalten und nicht Aufgeben, es ist alle Mühe wert!
Take Care and have Fun! Charlotte
