Erfahrungsbericht CERAM
Sophia Antipolis
September 2005 –
Dezember 2005
Susanna Lodomez
CERAM Sophia Antipolis
Die CERAM Sophia Antipolis ist eine „Grande Ecole“ mit
ungefähr 2000 Studenten, also vergleichbar mit dem RAC. Die meisten Studenten
sind Franzosen, aber eigentlich ist dort fast jede Nationalität vertreten, da
es sehr viele Austauschstudenten gibt.
Die CERAM liegt in Sophia Antipolis, einem Technologiepark im Hinterland
zwischen Cannes und Nizza an der Côte d’Azur.
Kurse
Es wird eine Vielzahl an Kursen angeboten. Ich konnte sowohl Kurse aus dem
Masterprogramm wie auch aus dem Bachelorprogramm wählen. Die Masterkurse waren
alle auf Englisch, im Bachelorprogramm gibt es sowohl französische als auch
englische Kurse. Es empfiehlt sich vier bis fünf Kurse zu wählen. Man kann
zusätzlich noch einen Französischkurs und einen Sportkurs wählen. Das Angebot
an Sportkursen ist recht groß und reicht von Golf über Segeln bis zu Tennis.
Manche Sportkurse sind recht schnell voll und deshalb sollte man sich früh darum
kümmern. Auch bei der Kurswahl sollte man dran bleiben, da viele Kurse eine
Teilenehmerbegrenzung haben. Ich hatte letztendlich nur drei Kurse (2 Englische,
1 Französischen), einen Sprachkurs und einen Sportkurs. Die meisten Kurse
ähneln unseren Wahlpflichtfächern in denen man eine kurze Präsentation halten muss
und ggf. dazu ein Referat abgeben muss und/oder am Ende des Semesters eine
Klausur schreibt. Teilweise gibt es sogar mündliche Noten. Alle Professoren
kommen aus der Praxis und arbeiten sehr viel mit praktischen Beispielen und
Fallstudien. Die Treffen mit meinen Gruppen waren nicht immer leicht, da
eigentlich immer jemand gefehlt hat oder nicht vorbereitet war. Schlussendlich
hat es aber trotzdem immer geklappt. Wahrscheinlich macht genau das die französische
Lebensweise aus.
Studentenleben
Abgesehen davon, dass die Gegend sowieso schon genug zu
bieten hat, gibt es jeden Donnerstag eine CERAM-Party. Der Eintritt kostet zwischen
12-15 Eur. Wenn man Glück hat, sind sogar die Getränke schon mit drin. Die
Location wechselt jede Woche. Oft waren die Partys in Cannes und Juan-les-Pins.
Von Vorteil ist natürlich, wenn man mit einem Auto hinfährt, da der letzte Zug
gegen 1 Uhr fährt oder man bis zum ersten Zug um 6 Uhr warten muss.
Neben den regelmäßigen CERAM-Partys werden aber auch noch
jede Menge andere Events organisiert, wie ein Trip nach Barcelona oder ein Ski-Wochenende.
Und falls die CERAM mal gerade nichts organisiert, gibt es immer noch genügend
Soireen zu denen man eingeladen wird.
Der Kontakt zu den französischen Studenten war leider sehr
gering. Wir waren an die 80 Austauschstudenten und haben die meiste Zeit
zusammen verbracht. Das Feiern kam definitiv nicht zu kurz in den drei Monaten
an der Cote d’Azur. Man gewöhnt sich sogar daran, dass auf den Partys viel
House gespielt wird.
Wohnung
Die Wohnungssuche war wohl meine größte Sorge bevor es
losging.
In dem Technologiepark Sophia Antipolis gibt es zwar mehrere Wohnheime
allerdings ist man dort einfach zu abgeschieden.
Auf der Homepage der CERAM gibt es einen speziellen Abschnitt, in dem
Wohnungsanzeigen zu finden sind. Eine Zwischenmiete in einer WG zu finden, ist
leider schwer, da die CERAMIS meist für ein ganzes Jahr ins Ausland gehen und
ihr Zimmer natürlich auch für diesen Zeitraum vermieten wollen. Ich selbst habe
durch die CERAM Homepage eine Ferienwohnung in Juan-les-Pins gefunden. Bei der
Miete muss man schon mit 400 bis 500 EUR pro Monat rechnen. Es besteht jedoch
die Möglichkeit bei der CAF eine Förderung zu bekommen. Die genaue Höhe der
Förderung hängt von dem Einkommen und der Miete ab. Die meisten Studenten haben
monatlich 100 bis 150 EUR Unterstützung erhalten.
Ich
würde Euch empfehlen, ein Apartment in der Résidence Couleurs Soleil oder im Le
Tropique zunehmen. Beide Residenzen befinden sich in Juan-les-Pins und sind
nicht weiter als 300 m vom Meer entfernt. In den beiden Residenzen haben fast
alle Austauschstudenten gewohnt und man hat somit direkt Anschluss.
Fazit
Mir hat das Auslandssemester super gefallen. Ich
habe total viele nette Leute kennen gelernt und eine tolle Zeit dort verbracht.
Die Gegend ist wirklich wunderschön. Auf der einen Seiten hat man die Berge und
auf der anderen Seite das Meer und es gibt so viele Dinge, die man sich
anschauen kann: Nizza, Monaco, St. Tropez, Cannes, Grasse….
Das Klima ist natürlich auch nicht zu verachten. Wir
konnten noch bis Mitte November am Strand liegen.
Es
gibt nur einen kleinen Nachteil: die Cote d’Azur ist nicht gerade ein
ungefährliches Pflaster. Aber wenn man vorsichtig ist und nachts nicht alleine rum
läuft, passiert einem auch nichts.
Es
ist auch nicht unbedingt ein Muss, perfekt Französisch zu sprechen. Viele
Austauschstudenten sprechen nur Englisch und haben dann dementsprechend nur
englische Kurse belegt.
Ich
wünsche Euch viel Spaß bei Eurem Auslandssemester am Meer! ;-)

